Weinwanderung am Sonntag, den 09. Oktober 2016

Am Sonntagmorgen um 10:50 Uhr waren 12 Wanderer an der Bushaltestelle Nauheimer Straße erschienen, um an unserer diesjährigen Weinwanderung teilzunehmen. Zwei weitere Mitstreiter hatten sich angekündigt, um an der Haltestelle Parkschule in Rüsselsheim zuzusteigen. Als der vorgesehene Stadtbus der Linie 41 vorfuhr ereignete sich jedoch höchst Seltsames.
In alte Gewohnheiten der Mittwochswanderer zurückfallend, winkte unser Führer (er will an dieser Stelle ungenannt bleiben) den Bus durch, um auf die Linie 61 aus Nauheim zu warten.
Dummer Weise fährt diese Buslinie am Sonntag aber nicht zur gewohnten Zeit; also Anschluss in Rüsselsheim ade. Unsere Mitstreiter, die in Rüsselsheim warteten konnten auch nicht verständigt werden, da wir keine Mobilnummer von ihnen hatten und zuhause meldete sich nur der Anrufbeantworter. Auf ihm hinterließen wir eine Nachricht um das Missgeschick wenigstens zu erklären.
Es ging dann nach halbstündiger Wartezeit mit der Linie 61 nach Rüsselsheim wo nochmals Wartezeit anstand, denn nach Flörsheim fährt die Buslinie-1 nur einmal pro Stunde.
Nach Besichtigung des Bauvorschrittes in der Innenstadt bestiegen wir im 12:13 Uhr den Bus nach Flörsheim, wo wir an der Gallus-Kirche ausstiegen. Von unseren unglücklichen Zugsteigern hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt keine Nachricht.
Nach kurzem Fußmarsch kamen wir zum Flörsheimer Bootshaus wo für uns Plätze für das Mittagessen reserviert waren. Die beiden Verlorengegangenen saßen schon entspannt am Tisch und kämpfen mit einer Riesenpostion Spanferkel. Die Tochter hatte die Nachricht auf dem Anrufbeantworter abgehört und die Information weitergegeben, sodass sie über unsere Verspätung informiert waren.
Das Angebot und die Essensqualität fand allgemeine Zustimmung, sodass wir die Lokalität durchaus weiterempfehlen können. Nachdem alle ihren Hunger und Durst gestillt hatten, ging es auf die eigentliche Wanderung Richtung Wicker. Einige Fußlahme konnten sich leider nicht anschließen und fuhren mit dem Anrufsammeltaxi zum Treffpunkt bei einem Wickerer Gutsausschank.
Über den Flörsheimer Bahnhof, wo wir die Bahnlinie nach Frankfurt unterquerten, wanderten wir weiter nach Bad Weilbach. Vorbei an der Schwefelquelle, die wie immer den intensiven Geruch nach faulen Eier verbreitete, und dem Wildgehege mit Dammwild erreichten wir den Panoramaweg nach Wicker. Das Wetter zeigte sich zwar nicht von der allerbesten Seite aber es war trocken und die Sicht war auch nicht schlecht und reichte bis zum Odenwald und Spessart. Nach gut fünf Kilometern erreichen wir um ca. 15:30 unser Ziel in Wicker. Im Gutsausschank wurden wir von unseren Fußkranken bereits erwartet.
Der Gutsausschank Venino war mehr als gut besucht, sodass die Bediengeschwindigkeit nicht ganz optimal war. Es bekam jedoch nach angemessener Wartezeit jeder seine Bestellung. Entsprechend der Jahreszeit wurde auch Federweißer und Zwiebelkuchen angeboten, wovon unsere Gruppe auch Gebrauch machte.
Die Ersten wurden so um 16:30 unruhig und machten sich zusammen mit den Fußkranken per Anrufsammeltaxi gegen 17 Uhr auf den Rückweg nach Flörsheim und von dort mit dem Stadtbus über Rüsselsheim zurück nach Königstädten.
Der Rest ließ es in Ruhe ausklingen, bevor er sich zu Fuß auf den Heimweg machte. Über die Flörsheimer Warte wanderten die Aufrechten bei herrlicher Abendstimmung nach Flörsheim.
Die Weitsicht war um diese Zeit grandios und ging über die Skyline von Frankfurt über Spessart und Odenwald zur Rheinhessischen Hügellandschaft. Davor breitete sich das Rheinmain-Gebiet
mit seiner dichten Besiedlung aus. Werner Jung gab unterwegs die Geschichte vom Schweinedieb zum Besten. Diese tragische Geschichte soll sich vor langer Zeit an der Warte zugetragen haben.
Dort soll sich der Dieb auf seiner Flucht an einer Mauer ausgeruht haben. Seine Beute die er in einem Sack um den Hals trug stellte er dabei auf der Mauer ab. Nun sind Schweine im Sack ja nicht unbedingt ruhig und so soll der Sack mit der Sau von der Mauer auf deren Rückseite gerutscht sein und den Dieb erdrosselt haben. Die Moral von der Geschicht‘, klau eine Sau in Flörsheim nicht.
Mit dem Bus von Flörsheim über Rüsselsheim erreicht dann auch die Resttruppe Königstädten.

Willi Völker